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Heilfasten nach Buchinger (Teil 2) ©

„Fasten lehrt uns, die Gnade des Einfachen zu empfinden.“

Martin Heidegger

 

Bevor Sie die Heilfastenzeit beginnen, empfehle ich Ihnen Teil 1 meiner Serie zum Thema Heilfasten zu lesen: www.heilfasten-1.de 

Verschiedene Heilfastenformen sind möglich 

Es gibt viele verschiedene Formen des Heilfasten s. In der Habichtswald-Klinik Kassel führen wir das Heilfasten nach Buchinger durch, welches sich als besonders schonend und gut verträglich erwiesen hat. Dabei werden noch etwa 200-300 kcal/Tag in Form von Honig oder Reismalz, Säften und dünner Gemüsesuppe zugeführt. Die Umschaltung des Organismus auf das Heilfasten, d. h. auf die „Versorgung von innen“, erfolgt bei einer Energiezufuhr von weniger als 500-600 kcal/Tag über mehrere Tage. 

  Abb. 1: Leckere Obst- oder Gemüsesäfte sind im Heilfasten in Maßen erlaubt. 

Welche Wirkungen können Sie mit dem Heilfasten nach Buchinger erzielen? 
 Ø Bei längerem Heilfasten (14 Tage und mehr) lässt sich eine Gewichtsreduktion von 350 bis
          450 g/Tag erzielen. Die Gewichtsreduktion sollte jedoch nicht die Hauptmotivation für das
         
Heilfasten sein (das Erlernen und Einüben einer gesunden Ernährung und die
          Berücksichtigung emotionaler Defizite ist zur Behandlung des Übergewichtes viel wichtiger!)
         
Die Gewichtsreduktion ist eine angenehme „Nebenwirkung“ des Heilfastens.
 Ø      Es kommt zu einer gesteigerten Wasser- und Salzausscheidung.
 Ø      Dadurch wird das Herz entlastet, die Herzfrequenz nimmt ab, der Blutdruck sinkt.
 Ø      Bei Übergewichtigen nimmt die Lungenkapazität zu.
 Ø      Cholesterin, Triglyceride und erhöhte Leberwerte sinken fast immer – oft bis zur Norm.
 Ø      Die Zuckereinstellung beim Diabetes mellitus wird deutlich verbessert.
 Ø      Gelenke und Wirbelsäule werden entlastet.
 Ø      Bei körperlichem Training kann sogar die körperliche Leistungsfähigkeit steigen.
 Ø      Der Heilfastende gewinnt durch das Heilfasten in der Regel an Selbstvertrauen.
 Ø      Das Heilfasten kann ein starker Impuls für die Neuordnung eines gesünderen Lebensstiles
          sein.

Wie wird das Heilfasten nach Buchinger durchgeführt?
 

Nach einem Entlastungstag mit etwas reduzierter Kost wird der Darm mit Glaubersalz weitgehend entleert, anschließend wird jeden 2. Tag ein Einlauf zur Darmreinigung durchgeführt (das ist weit weniger unangenehm als man sich vorstellt). Zu den „Mahlzeiten“ gibt es Kräutertee mit etwas Honig, Obst- oder Gemüsesaft und/oder ein Gemüsesüppchen. Es soll viel getrunken werden, um die Ausscheidung über die Nieren anzuregen. Mit warmen Duschen, Einölungen und Bädern kann die Ausscheidung über die Haut gefördert werden. Ein regelmäßig verabreichter Leberwickel stimuliert die Leber, unser wichtigstes Synthese- und Entgiftungsorgan. 

  Abb. 2: Der Einlauf – keineswegs so schlimm, wie oft befürchtet 

Die Faster – selbst die anfangs skeptischen – berichten immer wieder, wie erstaunt sie über das geringe Hungergefühl oder sogar das gänzliche Ausbleiben desselben waren.

Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Frieren besonders an den ersten Tagen können, müssen aber nicht auftreten. Wir sind selbst immer wieder über das in der Regel außerordentlich gute körperliche und vor allem seelische Wohlbefinden unserer Faster überrascht. 

In einer Heilfastenklinik wie der Habichtswaldklinik Kassel ist die tägliche Betreuung Montag bis Freitag (Samstag, Sonntag und an Feiertagen steht der ärztliche Bereitschaftsdienst Tag und Nacht bei Problemen zur Verfügung) durch erfahrene Heilfastenärzte gewährleistet. Bei diesen Heilfastengesprächen werden oft nicht nur Probleme des Heilfastens, sondern auch viele Fragen zur gesunden Lebensführung erörtert. Die intensive ärztliche Betreuung erlaubt es uns auch, Menschen Heilfasten zu lassen, für die ein Heilfasten nach Buchinger außerhalb einer Klinik möglicher Weise mit gewissen Risiken behaftet wäre, z. B. bei Patienten, die starke Medikamente einnehmen, die im Heilfasten behutsam reduziert oder gar abgesetzt werden müssen. Die Heilfastendauer beträgt 5 Tage bis zu 4 Wochen und wird gemeinsam von Heilfastenarzt und Patient im Laufe des Heilfasten s festgelegt. Man beginnt mit 5 Tagen und dehnt die Dauer nach subjektivem Befinden nach und nach aus – es darf jedoch kein Leistungsdruck entstehen. 

Heilfasten nach Buchinger wird mit dem sogenannten „Heilfastenbrechen“ durch den Verzehr eines Apfels beendet. Hierbei kann der Faster noch einmal nachdenken und nachfühlen:
 Ø      Welche schönen bzw. weniger schönen Erlebnisse hatte ich während des Heilfasten s?
 Ø      Was habe ich während des Heilfasten s über mich erfahren?
 Ø      Welche lieb gewonnenen, aber möglicher Weise schädlichen Gewohnheiten möchte ich
          einschränken oder beenden?
 Ø      Was bedeutet das (sich ergänzende) Gegensatzpaar „Aktivität – Passivität“ in Zukunft für
          mich?
 Ø      Werde ich meine Ernährung ändern? Was möchte ich noch ändern?
 Ø      Möchte ich das Heilfasten gerne wiederholen? 

Ein sorgfältiger Kostaufbau gewährleistet ein verträgliches Gewöhnen an das Essen. Achten Sie darauf, nicht zu schnell zu viel essen. George Bernard Shaw sagte einmal: „Jeder Dumme kann fasten, aber nur ein Weiser kann das Fasten richtig brechen.“ 

Heilfasten nach Buchinger: Wichtige Hinweise für die gesamte Heilfastenzeit 

Empfindlichkeit

Bedenken Sie, dass Sie während des Heilfasten s sehr sensibel für fast alle Reize sind. Sie sollten sich einerseits nicht überfordern, aber andererseits sollten Sie unbedingt aktiv bleiben. Dies gilt sowohl für den körperlichen, als auch für den seelischen Bereich. Sie sollten in dieser Zeit auf Ihre Gefühle achten und lernen, sich auch danach zu richten. So wirken alle physikalischen Maßnahmen, wie z. B. Dauerduschen, Massagen, Saunagänge, Schwimmen im Solebad etc. wesentlich tief greifender als üblich. Daher entscheiden Sie ganz individuell und auch jedes Mal neu über Zeitdauer und Intensität der jeweiligen Aktivität. Der seelische Bereich kann sehr lebendig werden (oft hat man sehr interessante Träume); stellen Sie sich diesen Erlebnissen und wagen Sie das Abenteuer! Nach den ersten Tagen, wenn das Hungergefühl überwunden ist, kann sich eine geistige Klarheit einstellen, die man für viele Dinge nutzen kann. Dies muss aber nicht der Fall sein.

Heilfasten nach Buchinger: Entschlacken und Entgiften

Alle „Schleusen“ des Körpers sind während des Heilfasten s geöffnet. Die Selbstreinigung ist mit der Darmentleerung am ersten Heilfasten tag keineswegs zu Ende. Der Heilfastende Körper entledigt sich seiner seit Jahren angehäuften Stoffwechselschlacken durch alle Öffnungen und Poren. 

Heilfasten nach Buchinger: Mund- und Körperhygiene

Da Ihr Körper während des Heilfasten s die Ausscheidung immer intensiver vorantreibt, kann es zu unangenehmem Mund- und Körpergeruch kommen. Zur Mundhygiene eignet sich entweder eine Sonnenblumenölspülung oder das Kauen von Zitronenscheiben. 

Sonnenblumenölspülung:

Mit einem Teel. des Öls wird eine gründliche Mundspülung von ca. 10-12 Min. Dauer durchgeführt. Dabei ist es wichtig, dass das Öl richtig flüssig (Emulsion) wird und erst danach ausgepült wird. Diese Emulsion darf auf keinen Fall geschluckt werden, da sie gelöste Stoffwechselgifte enthält. Danach sollten Sie sich die Zähne putzen. 

Auf Grund des unangenehmen Körpergeruchs wird Waschen, Duschen und Baden dem Faster ein Bedürfnis sein – vor der Sauna oder dem Schwimmen sind sie hygienische Notwendigkeit. Die Haut des Heilfasten den trocknet etwas aus, darum bedarf sie täglicher Pflege mit pflanzlichen Ölen nach jeder Wasseranwendung. Benutzen Sie während der Heilfastenzeit niemals Cremes, Schminke, Farbpuder. Diese Mittel verstopfen die Poren und hindern so die Haut am Atmen und Ausscheiden. Gehen Sie sparsam um mit deodorierenden Sprays, damit es nicht zu Hautreizungen kommt. Das Wichtigste: freuen Sie sich auf eine glatte und zarte Haut nach dem Heilfasten

Heilfasten nach Buchinger: Darmeinlauf und Leberwickel

Sie sollten – wenn möglich – jeden 2. Tag einen Einlauf (Durchführung siehe unten) machen und jeden Tag zur Mittags- oder Abendzeit einen Leberwickel. 

Durchführung des Leberwickels 

      v Bereiten Sie sich eine heiße Wärmflasche vor
v Legen Sie ein Handtuch so in eine Schüssel, dass die Handtuchenden über den
     Schüsselrand hängen und in dieses Handtuch den mit Schafgarbenkraut gefüllten
     Einmalwaschlappen. Der Leberwickel kann auch ohne Schafgarbe durchgeführt werden.
v In diese Schüssel füllen Sie kochendes Wasser bis der Lappen bedeckt ist
v Greifen Sie nun das Handtuch und wringen Sie den Lappen gut aus
v Legen Sie das Handtuch mit dem Lappen neben die Schüssel.
v Greifen Sie den Lappen vorsichtig (heiß!!) an beiden Enden und schütteln ihn zur Abkühlung
     etwas aus
v Prüfen Sie an der Innenseite des Unterarmes, ob die Temperatur für Sie richtig ist
v Legen Sie sich ins Bett, auf die Lebergegend (rechter Oberbauch, dort wo die Rippen enden)
     legen Sie den Leberwickel
v Darüber legen Sie ein Moltextuch, darauf die Wärmflasche
v Eingemummelt in Ihre Bettdecke ruhen Sie nun bitte 30 Min. bis Ihnen wohlig warm ist und
     Sie sich entspannt fühlen
v Entfernen Sie jetzt den Leberwickel
v Sollte es Ihre Zeit erlauben, bleiben Sie nur mit der Wärmflasche noch 20-30 Min. liegen. 

Am günstigsten wird der Leberwickel nach dem Mittagessen angelegt, er kann prinzipiell aber auch zu jeder anderen Tageszeit durchgeführt werden. Sollten Sie „kalte Füße“ haben, bereiten Sie sich eine zweite Wärmflasche für Ihre Füße vor. 

Nikotin

Nikotin wirkt im Heilfasten stärker, außerdem schmeckt die Zigarette nur nach Stroh. Tun Sie sich etwas Gutes und rauchen Sie nicht! Evtl. besteht für Sie die Möglichkeit, mit Hilfe von Akupunktur eine Raucherentwöhnung zu erleichtern (Rücksprache mit Ihrer behandelnden Ärztin bzw. Ihrem behandelnden Arzt). Rauchen ist eine Kontraindikation für das Heilfasten. Wenn Sie das Rauchen nicht beenden können, müssen Sie das Heilfasten abbrechen. 

Heilfasten nach Buchinger: Getränke

Sie sollten viel trinken! Mindestens 2-3 Liter pro Tag.

Durch reichliches Trinken werden Kreislaufschwierigkeiten verhindert und die Ausscheidung wird gefördert, z. B. der Harnsäure, die insbesondere während des Heilfasten s ansteigt (sonst besteht die Gefahr der Übersäuerung, der Nierensteinbildung bis hin zum Nierenversagen).

Alle Heilfasten getränke schluckweise trinken! Jeden Schluck „kauen“ – d. h. im Mund vorwärmen oder kühlen. Genießen und langsam trinken. 

Heilfastengetränke (Wasser, Kräutertees) liefern Vitamine und Mineralien, basische Stoffe und leicht erschließbare Kohlenhydrate, die die Heilfastenazidose (-übersäuerung) ausgleichen. Eine Übersäuerung würde durch kohlensäurehaltige Getränke, Alkohol und Kaffee verstärkt. Alkohol und Kaffee sind daher verboten. Wasser ist ein wichtiges Lösungs- und „Spülmittel“ für den entgiftenden Körper. Gemüse- und Obstsäfte sind zu konzentriert, sie sollten deshalb mit Wasser verdünnt werden. Auch der Kräutertee sollte nicht zu konzentriert sein, daher nur kurz aufbrühen (2-3 Min.), er wirkt dann besser, enthält mehr ätherische Öle und ist aromatischer. 

Ausscheidung über den Urin:

Der Urin ist zeitweise recht dunkel und riecht penetrant. Trinken Sie dann mehr Wasser als der Durst verlangt. Wasser ist das ideale Mittel, um Nieren und Harnwege durchzuspülen. Sie scheiden manchmal viel und manchmal wenig Urin aus: das ist normal. Am Gewicht erkennen Sie, dass der Körper phasenweise staut und entwässert – nicht ärgern, wenn das Gewicht stillsteht. Nehmen Sie bei Gewichtsstillstand keine Entwässerungstabletten! Sie stören den sinnvoll regulierten Wasserhaushalt empfindlich und helfen nur zum Schein für 1-2 Tage. 

Heilfasten nach Buchinger: Wärme

Sorgen Sie dafür, dass Ihnen immer schön warm ist (Wärmflasche, warme Kleidung, evtl. warme Fußbäder etc.). 

Antikonzeptiva bzw. „Pilleneinnahme“

Frauen, die gewohnt sind, morgens die Pille zu nehmen, sollten die Pilleneinnahme bis 3 Std. nach dem „Glaubern“ verschieben. Diese Vorsichtsmaßnahme ist notwendig, weil es durch die Wirkung des Glaubersalzes zu einer Magenentleerung kommen könnte. Bei Anwendung des Einlaufs ist eine Verschiebung der Pilleneinnahme nicht nötig. 

Heilfasten nach Buchinger: Kreislaufprobleme

Bei Kreislaufproblemen (Hypotonie, d. h. niedriger Blutdruck, „schwarz werden vor den Augen“) sollten Sie sich zunächst hinlegen und die Beine hochlegen. Isometrische Übungen (Sie spannen die Arm- und Beinmuskel stark an, ohne sie zu bewegen) bringen Blut in das Gehirn. Kalte Güsse und Waschungen (z.B. Gesicht, Nacken) helfen ebenfalls. Die pflanzlichen Korodin-Tropfen haben sich bei Kreislauf-Problemen bewährt. Wenn all dies nicht hilft, dann trinken Sie dünnen Schwarztee (Beutel nur einige Sekunden in der Tasse ziehen lassen) mit 1 Teel. Honig, dies kann wiederholt werden bis eine Besserung eintritt. 

Bedenken Sie, dass Saunagänge Probleme bereiten können. Sie sind durchaus zu empfehlen (Entgiftung über die Haut), Sie sollten sie jedoch nicht so ausgedehnt und mit zu hoher Temperatur durchführen. Richten Sie sich nach Ihrem Gefühl und muten Sie sich nicht zu viel zu.

Trainieren Sie während der Heilfastenzeit Ihren Kreislauf! Neben täglicher Bewegung an frischer Luft sind zahlreiche Kneipp-Anwendungen wünschenswert. 

Heilfasten nach Buchinger: Maßnahmen bei Kopfschmerz

Entgiftung“ fördern! D. h. evtl. mehr trinken; einen Einlauf, ein aufsteigendes Fußbad, eine Ganzkörperwaschung mit Essigwasser durchführen. 

Heilfasten nach Buchinger: Der Entlastungstag:

Der 1. Tag ist ein Entlastungstag. An diesem Tag haben Sie Gelegenheit, sich die notwendigen Heilfastenutensilien zu besorgen 

      1.   Irrigator für die Einläufe
2.      Utensilien für den Leberwickel: 1 Baumwolltuch ca. 12x25 cm, 1 Moltextuch, 1 Wringtuch,
      1 Wärmflasche, 1 Schüssel
3.      Je nach Verträglichkeit entweder 20-40 g Glaubersalz (bei normaler Verdauung 2 Essl.,
      bei Neigung zu
Verstopfung 2-4 Essl., bei Neigung zu Durchfall 1-2 Essl.), in der Apotheke
      erhältlich
4.      Evtl. Sonnenblumenöl für die Mundspülung 

Heilfasten nach Buchinger: Der erste Heilfastentag

Generell sollten Sie sich für diesen Tag nicht zu viele Aktivitäten vornehmen.

Der Körper schaltet von „Aufnahme“ auf „Ausscheidung“ um. Die innere Ernährung beginnt, der Hunger verschwindet langsam. Sie leben jetzt aus sich selbst heraus.

Der Einstieg in das Heilfasten gelingt erfahrungsgemäß am besten mit einer gründlichen Darmentleerung. Das ist bei Menschen, deren Stuhlgang normalerweise gut funktioniert, unproblematisch und bedarf nur kleiner Hilfen. Die individuell für Sie als passend ermittelte Menge Glaubersalz lösen Sie bitte in ½ l Wasser auf und trinken dies innerhalb von 5 Min. Sie können etwas Zitrone oder Fruchtsaft in das Wasser mischen.

Innerhalb der nächsten 1-3 Std. erfolgen mehrere durchfallartige Entleerungen, sie können gelegentlich am Nachmittag anhalten. Deshalb sollten Sie in der Nähe einer Toilette bleiben. Magen- oder darmempfindliche, hagere schlanke und zu Leibweh neigende Menschen sollten Glaubersalz meiden. Sie können auf Sauerkrautsaft zurückgreifen. Wichtig: sollte Bauchkneifen auftreten – ins Bett legen, Wärmflasche auf den Leib. Achten Sie darauf, dass Ihre Füße warm sind – auch hier hilft die Wärmflasche. Ihren Durst stillen Sie mit reichlich Wasser bzw. Heilfasten- oder Magen-Darm-Tee. Die genannten Maßnahmen dienen zur Reinigung „von oben“. 

Zusätzlich zu dieser Reinigung sollte mind. jeden 2. Tag der Enddarm mittels eines Darmeinlaufs gesäubert werden – das erste Mal einen Tag nach dem Glaubern. Auch zwei Einläufe pro Tag können nicht schaden. Nahrungsreste im Darm erzeugen ein Hungergefühl (sog. gastrokolischer Reflex). Im Heilfasten schaltet der Darm auf Ausscheidung um, daher sind auch bei leerem Darm Einläufe sinnvoll. 

Durchführung eines Einlaufs

 SOrt suchen, wo der Irrigator (Einlaufgefäß) ca. 1 Meter höher gehängt werden kann als die
      Liegeposition. Sie können den Irrigator auch hochheben, wenn Sie auf dem Boden/im Bett
      liegen.
 SDen Irrigator mit ca. 1 Liter handwarmem Leitungswasser füllen, es kann etwas wärmer sein
      bei Neigung zu spastischer
Obstipation (Verstopfung durch Verkrampfung), etwas kühler bei
      Fieber oder zur Beruhigung. Ein Zusatz ist nicht erforderlich.
 SDarmrohr mit Salbe einfetten.
 SLinke Seitenlage mit leicht angezogenen Beinen oder mit Knien und Ellenbogen auf dem
      Boden/Bett einnehmen.
 SDarmrohr sanft einführen, etwa in Richtung auf den Bauchnabel. Wenn möglich, tief in den After
      einführen (mind. 20 cm) und ein wenig dagegen pressen.
 SHahn am Irrigator öffnen und Wasser langsam fließen lassen (der Wasserdruck wird
      beeinflusst durch Heben bzw. Senken des Irrigators), dabei Bauchdecken locker lassen und
      ruhig atmen. 

Nach 2-3 Min. treibt Sie ein heftiges Drängen auf die Toilette: 2-3-mal „schießen“ Wasser und Darminhalt befreiend heraus. Der Einlauf mag antiquiert erscheinen – er ist aber nach wie vor die schonendste und ergiebigste Darmpflege, er trägt wesentlich zum Wohlbefinden des Fasters bei und hilft rasch bei Hungergefühl, Kopf- und Gliederschmerz. Es lohnt sich, ihn kennenzulernen. Während des Heilfastens scheidet der Darm Giftstoffe aus – das ist auch noch nach 20 Tagen der Fall! 

Heilfasten nach Buchinger: Gesundheitsprogramm: 

1.      Morgens Trockenbürsten der Haut am offenen Fenster

2.      Täglich 2 Wechselanwendungen zum Gefäßtraining: Wechselarmbäder, Wechselfußbäder, Wechselsitzbäder. Regeln: ca. 5 Min. warm, 10 Sek. kalt (Pfarrer Kneipp: „kurz und kalt“), zum Schluss kalt, nicht abtrocknen, nur abstreifen, ein wenig Bewegung hinterher zur reaktiven Wiedererwärmung.

3.      Bewegungstherapie: nach subjektivem Wohlbefinden sollten sie sich täglich etwas körperlich belasten, z. B. Spaziergang an frischer Luft, schwimmen, Fahrrad fahren oder joggen. Gehen Sie während des Heilfasten s nicht an Ihre Grenzen, sondern bewegen Sie sich so, dass Sie sich dabei noch wohl fühlen und unterhalten können. Die körperliche Leistungsfähigkeit (die „schnelle Energiebereitstellung“) ist während des Heilfasten s nicht so gut wie sonst. Ihre körperliche Leistungsfähigkeit kann sich während des Heilfasten s trotzdem bei regelmäßigem Training steigern, was Sie danach merken werden.

4.      Sauna: jeden 2. Tag bis täglich. Hier ist das oben Gesagte zu berücksichtigen!  

Neben der Bewegung ist Ruhe im Liegen wichtig. Die Leber, die im Heilfasten zur Ausscheidung der Schlacken Schwerarbeit leistet, hat im Liegen eine um 40% bessere Durchblutung. Sie sollten also zwischen den Anwendungen immer wieder ruhen, am besten bei geöffnetem Fenster. Dabei sollten Sie nicht lesen oder fernsehen, sondern die Gedanken einfach spazieren gehen lassen. Die Heilfastenzeit ist eine Zeit der Einkehr! Auf jeden Fall sollten Sie nach dem „Essen“ der Gemüsebrühe am Mittag eine halbe bis eine Stunde ruhen. Wer sich etwas besonders Gutes tun möchte, kann zu dieser Zeit den Leberwickel auflegen. 

Heilfasten nach Buchinger: Medikamenteneinnahme während des Heilfastens

·     Medikamente können bzw. müssen meist drastisch reduziert oder sogar abgesetzt werden, insbesondere Diuretika, orale Antidiabetika und Insulin.

·     Digitalis, Antiarrhythmika: können bei leichten Erkrankungsformen meist abgesetzt werden; aus rhythmologischen Gründen gegebene Digitalis müssen unbedingt weiter eingenommen werden (Kalium-, Magnesium- und Digitalisspiegel kontrollieren, Dosis evtl. reduzieren).

·     Antirheumatika, Kortison, Sedativa und Hypnotika: können oft reduziert werden.

·     Ovulationshemmer: können weiter eingenommen werden (bei morgendlicher Einnahme erst 3 Std. nach dem Glaubern, Einläufe stören nicht).

·     Allopurinol: bei Hyperurikämie weiter einnehmen, ggf. sogar erhöhen oder bei (deutlichem) Anstieg während des Heilfastens neu einnehmen. Nach Heilfastenende ist jedoch rasche Reduktion möglich.

·     Antikoagulantien: Kontraindikation für das Heilfasten, Quick sinkt rasch, Blutungsgefahr. 

Achtung:       

Der Organismus reagiert während und nach dem Heilfasten wesentlich empfindlicher auf Medikamente – sowohl bei Homöopathika und Phytotherapeutika als auch bei Allopathika. 

Wenn Sie all diese Hinweise beachten, dann steht einem erfolgreichen Heilfasten nach Buchinger nichts mehr im Wege. Fasten ist keine asketische Selbstkasteiung, sondern eine sinnliche Selbsterfahrung! 

Nicht umsonst fasten viele Menschen – Gesunde und Kranke – regelmäßig. Sie würden es nicht tun, wenn es nur eine Qual wäre und keinen Nutzen hätte. Probieren Sie es auch. Holen Sie sich im Zweifelsfall Rat von erfahrenen Laien, die spezielle Heilfastenlehrgänge absolviert haben. Bei bestimmten Krankheiten und Medikamenten (s.o.) sollte nicht ohne vorherige ärztliche Rücksprache gefastet werden. Zur Sicherheit sollten Sie bei einigen Krankheiten auch nur unter heilfastenärztlicher Betreuung oder gar in einer auf das Heilfasten spezialisierten Klinik fasten. 

Für individuelle Rückfragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung: schmiedel@habichtswaldklinik.de

Selbstzahlerangebote für das Heilfasten unter:

http://www.habichtswaldklinik.de/Heilfasten_nach_Buchinger.html

 Abb. 3: Heilfasten – Ruhe und Entspannung pur

Noch Zweifel? In Teil 3 setze ich mich mit den "Argumenten" gegen das Heilfasten auseinander - unter www.natur-heil-verfahren.de/heilfasten/

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit

 © Dr. Volker Schmiedel
Chefarzt der Inneren Abteilung
FA für Physikalische und Rehabilitative Medizin
Naturheilverfahren, Homöopathie
Dozent für Biologische Medizin (Univ. Mailand).

Animationen animierte Augen

Weitere Medizinische Informationen und Links für Patienten und Interessierte - von Abnehmen bis Zöliakie -  finden Sie hier.

 

Natürlich gesund

ISBN: 9783830422211
EUR [D] 24,95 / EUR [A] 25,70
CHF 42,40 (CH/UVP)

 

Volker Schmiedel

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Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten stehe ich Ihnen im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in der naturkundlichen Privatambulanz.

Alle evtl. notwendigen Laboruntersuchungen vor und während des Heilfastens können in der Inneren Abteilung der Habichtswaldklinik oder der Naturheilkundlichen Privatambulanz durchgeführt werden.

Informationen über das Therapieangebot der Inneren Abteilung:
http://www.habichtswaldklinik.de/Die_Abteilung_Innere_Medizin.html

Informationen über ambulante Diagnostik und Therapie:
http://www.habichtswaldklinik.de/Naturheilk_Ambulanz.html
Hier finden Sie weitere Gesundheitstipps:
http://www.gesundheitstipps.wicker-kliniken.de/

Die aktuellen und archivierten Naturheilkundlichen Newsletter finden Sie hier:
http://www.habichtswaldklinik.de/Naturlheilkundlicher_Newsletter.html

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                                                                                                         Wir behandeln keine Krankheiten
                                                                                                                       wir behandeln Menschen

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Aktualisiert: August 2010

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